Opel Meriva 2010 - ein Erfahrungsbericht
Mit dem bisherigen Opel Meriva hatte Opel das Segment der Minivans entdeckt und mit sehr großem Erfolg vermarktet. Nachdem nun über eine Million Fahrzeuge verkauft worden sind, erscheint in diesem Monat die nächste "Meriva-Generation" auf dem Markt. Nun will Opel natürlich den Erfolg des Vorgängers fortsetzen und vergrößern - was einigermaßen schwierig werden dürfte. Deshalb haben sich die Konstrukteure nun auch allerhand einfallen lassen, um nichts dem Zufall zu überlassen: Mehr Luxus, mehr Spaß, mehr Design, mehr alles..... Anbei Auszüge eines ersten Fahrberichts:
Das auffälligste vorweg: Die Fondtür-Griffe sitzen nun sehr nah an der B-Säule und nicht mehr hinten, weil nun sogenannte "Portaltüren" gegenläufig zu den Fondtüren installiert bzw. zu öffnen sind. Dies wurde über einen langen Zeitraum so bei Limousinen eingesetzt - der dadurch enstehende Öffnungswinkel macht das Ein- und Aussteigen noch einfacher. Unseligerweise gilt dies auch für das "unfreiwillige Aussteigen": Wenn die Türen versehentlich während der Fahrt geöffnet werden, reißt dies Tür und eventuell Passagier nach hinten - heute nicht mehr problematisch, aber in den 60er Jahren, ohne Gurtpflicht, wurde dadurch der eine oder andere ernsthaft verletzt.
Die auf diese Art ins Gerede geratenen "Selbstmördertüren" wurden erst wieder allmählich "salonfähig", als BMW 2003 die neuen Rolls Royce Phantom per Sondergenehmigung verbauen durfte, da inzwischen Anschnallplicht herrschte und die Phantom-Türen während der Fahrt automatisch arretieren. Ab vier Stundenkilometer sind nun auch beim Opel Meriva die hinteren Türen automatisch verriegelt und die Vorteile der Portaltüren sind schon beim ersten Ausprobieren fühl- und sichtbar.
Weit schwingt die hintere Tür auf - ganz entspannt können hier nun auch gerade Senioren, Opels wichtigste Zielgruppe, einsteigen oder Kindersitze montiert und bedient werden. Familien mit kleinen Kindern sind nämlich ebenfalls ein wichtiger Kundenkreis der Rüsselsheimer. Also sieht er mit seinem hellen, geräumigen Innenraum nicht nur ziemlich spritzig und modern aus, sondern bietet auch einen Mehrnutzen in punkto Platz sowie praktische Features. Der große Kofferraum läßt sich problemlos auf Minivan-Format bringen und neben den wirklich gelungenen Vordersitzen fallen auch die sehr flexibel verstellbaren sowie hart gepolsterten Rücksitze positiv auf.
Das der neue Opel Meriva nun auch etwas teurer geworden ist, läßt sich mit dem nochmals gesteigerten Nutzwert des Fahrzeugs ganz gut hinnehmen. Ob er sich allerdings gegen die starke und preiswerte Konkurrenz aus Fernost durchsetzen wird, bleibt abzuwarten, aber soviel steht fest: Der neue Opel Meriva ist ein wirklich gelungenes Auto.